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Standard-Thermoplaste Mai 2020

Vor allem Polyethylen unter der Knute der Mengensteuerung / Kostensteigerungen der Vorprodukte bestimmen das Bild / Polymere werden meist folgen

KI plastixx ST 202005

Wie gut die Mengensteuerung seitens der Polyethylen-Erzeuger inzwischen funktioniert, zeigte deren Reaktion auf die Verbilligung bei Ethylen um 100 EUR/t Anfang Mai. Die Produzenten gaben maximal die Hälfte des Ethylen-Abschlags in die Polymerstrecken weiter. Insbesondere bei den Folientypen erzielten diese Versuche spürbar Wirkung. Mehrere ungeplante Ausfälle verstärkten die Entwicklung.

Im Windschatten des neuerlichen Rückgangs der C3-Referenz um 80 EUR/t tendierten die Preise für Polypropylen im Mai 2020 weiter nach unten. Oftmals behielten die Anbieter einen Teil der Kostenreduktion ein, aber bei PP-H Spritzgießqualitäten gelang das ihnen nicht.
Durch den Kostenrückgang bei Ethylen, der sich anteilig auf die PVC-Notierungen auswirkt, gerieten die Preise weiter unter Druck. Das Basismaterial wurde billiger und im Windschatten dessen auch die Compounds. Versuche der Anbieter, die Abschläge geringer zu halten, verpufften im Monatsverlauf.

Nach dem leichten Rückgang der Styrol-Referenz um 13 EUR/t setzte sich der Niedergang der Styrolkunststoff-Notierungen im Mai fort, wenn auch bei weitem nicht mehr in dem Umfang wie zuvor. Da die Höhe der Abschläge in den Vormonaten sehr unterschiedlich ausgefallen war, gab es vielerorts zusätzlich zur Einpreisung der Kostenermäßigung auch noch Nachbesserungen bei den Hochlagen. Bei ABS fielen die Abschläge allgemein wegen des neuerlichen Preisverfalls bei Butadien etwas höher aus.

Die Viruskrise prägte den europäischen PET-Markt auch im Mai 2020. Die Nachfrage blieb in den anhaltenden Turbulenzen hinter den Erwartungen zurück. Offensichtlich war die Bedarfswelle in den letzten Wochen deutlicher als gedacht von Sicherungskäufen geprägt. Dennoch konnten die europäischen Produzenten die Abschläge für die von KI reflektierten kleinen bis mittleren regulären Mengen unterhalb der Senkungen der Vorproduktreferenzen beschränken.

Im Juni dürften nach dem Umschwung bei Ethylen von +60 EUR/t Kostensteigerungen das Bild bestimmen. Die Aufschläge werden wohl meist die Kostensteigerung bei Ethylen einpreisen, in selteneren Fällen auch etwas weniger. Forderungen der Erzeuger, die stellenweise sogar 75 bis 100 EUR/t umfassen, dürften bei den Verarbeitern jedoch nicht gut aufgenommen werden und wohl auch nicht umgesetzt werden.

Im Juni ist ein Ende des vorherrschenden PP-Überangebots nicht absehbar, da einige Anlagen aus dem Wartungsstillstand zurückkehren. Dennoch findet der Preisniedergang mit wieder festerem C3 wohl ein Ende. Auch PVC dürfte mit dem Anziehen der C2-Referenz wieder nach oben drehen, zumal Produzenten und Compoundeure den Ausstoß anpassen.
Ein Ende der Talfahrt ist auch bei den Styrolkunststoffen in Sicht. Das Vorprodukt drehte im Juni um 64 EUT/t nach oben, die Preise der Polymere werden folgen. Einige Verarbeiter hatten mit Blick auf die Spotnotierungen bereits darauf spekuliert und noch im Mai zusätzliche Order platziert. Diese Vorkäufe belebten die Nachfrage, die ansonsten weiter sehr stark von der Corona-Krise geprägt war.

Für PET-Vorprodukte keimen Hoffnungen auf, im Juni die Talsohle erreicht zu haben. Dennoch ist die weitere Entwicklung ebenso unsicher wie die Gesamtlage der weltweiten Covid-Pandemie. Explodierende Fallzahlen in Verbrauchsschwergewichten wie Brasilien und Indien könnten die Importangebote aggressiver tendieren lassen. Immerhin geben steigende Temperaturen in weiten Teilen Europas Hoffnung auf eine Belebung der Getränke-Nachfrage.

Quelle: KI – Kunststoff Information, Bad Homburg, www.kiweb.de
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