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Standard-Thermoplaste September 2018

Schwächelnde Nachfrage dämpft Polyolefine deutlich / Abschläge bei PE / Styrolkunststoffe folgen SM-Anstieg / PX-Unsicherheit treibt PET weiter / Festigung im Oktober

KI plastixx ST 201809

Die europäischen PE-Märkte kamen auch im September 2018 nicht so recht in Gang. Die Nachfrage blieb trotz vermehrter Abrufe gegenüber August eher enttäuschend. Zumal sich Faktoren wie auf US-Ethan basierende Ethylen-Produktionen, Angebote aus neuen Anlagen in Nordamerika und erste Turbulenzen aus den globalen Handelskonflikten zunehmend bemerkbar machen. So kam es bei einigen Qualitäten zum Überangebot. Die Rollovervorgabe der Ethylen-Referenz blieb so das Beste, was die Anbieter erreichen konnten. Insbesondere die niederdichten Sorten mussten dagegen fast durchweg Abschläge hinnehmen.

Bis auf die durch Sondereffekte eingeschränkten homopolymeren Spritzgießqualitäten wurden die PP-Standardwaren meist zu den Vormonatsnotierungen abgegeben. Die Anbieter mussten auch hier der verhaltenen Nachfrage einen Margentribut zollen, denn die Propylen-Referenz hatte leicht angezogen.

Der PVC-Markt zeigte sich vergleichsweise ruhig. Viele Verträge wurden angesichts der neutralen Vorgabe durch die Ethylen-Referenz mit einem Rollover fixiert, allerdings konnten je nach Vertragskonstellation auch immer wieder Abschlüsse mit einem leichten Minus erzielt werden. Bei den höheren K-Werten war das Minus von 5 EUR/t vorherrschend. Die saisonale Belebung fiel auch hier schwächer aus als erhofft.

Die Notierungen der Styrolkunststoffe mussten der Styrol-Referenz folgen. Oftmals erreichten die Anhebungen aber nicht die volle Höhe der Kostenveränderung. Spekulationen auf günstigere Preise im Oktober bremsten die Nachfrage, so dass mehrere Anbieter die Höhe der Aufschläge im Monatsverlauf herabsetzten.

Die Unsicherheiten in den PET-Märkten setzten sich fort. Erhebliche Unruhe entstand durch die explodierenden PX-Notierungen in China, was Schockwellen auch nach Europa sendete. Wie gehabt wichen die Bewegungen bei den unterschiedlichen PET-Handelsformen in der Folge teils deutlich voneinander ab. Die von KI berichteten frei verhandelten Monatskontrakte zeigten eine Spreizung von Rollover bis zu Aufschlägen von 60 EUR/t.

Die Ethylen-Referenz für Oktober blieb lange umstritten. Erst am 1. Oktober einigte man sich auf einen leichten Aufschlag von 10 EUR/t. Das unterstützt sicher die Festigungsbemühungen der Anbieter, denen aber wohl nicht in allen Fällen Erfolg beschieden sein dürfte.

Propylen zog um 20 EUR/t nach oben. Die PP-Produzenten werden vor diesem Hintergrund zu Erhöhungen angetrieben. Trotz einer nach wie vor verhalten wirkenden Nachfrage könnte es zu moderaten Anhebungen kommen.

Auch die PVC-Anbieter dürften versuchen, die Ethylen-Vorgabe anteilig weiterzugeben. Angesichts der schwachen Nachfrage dürfte der Widerstand der Verarbeiter recht groß sein.

Die Styrol-Referenz sackte wieder um 70 EUR/t ab. Das dürfte die Notierungen der Styrolkunststoffe nach unten ziehen. Inwieweit die Verarbeiter dies als Kaufgelegenheit werten, wird von den Preiserwartungen für den Folgemonat abhängen.

Die für PET wichtige PX-Referenz für September wurde erst Anfang Oktober im Schnitt mit einem Plus von 210 EUR/t gemeldet. Natürlich fordern die Anbieter angesichts dessen deutlich höhere Preise. Obwohl die sinkende Nachfrage dem vermutlich dann doch früher Grenzen setzen wird, bleibt der Aufwärtsdruck der maßgebliche Marktbegleiter.

Quelle: KI – Kunststoff Information, Bad Homburg, www.kiweb.de
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